verzichten, verzichten…

Ist ganz schön schwer. Mal etwas nicht zu kaufen oder einfach mal nichts zu konsumieren. Nicht, weil das Geld fehlt, nicht, weil man gerade an einem Ort ist, an dem man nichts konsumieren kann (alleine der ist schwierig zu finden…). Einfach nur mal auf etwas verzichten, weil man es will. Und dann am Kaffee vorbei gehen. Obwohl man Lust darauf hat. Und sich mal kein Brötchen am Bahnhof kaufen. Obwohl man es könnte… Es gab mal eine Zeit, als ich noch studiert habe, und vor allen Dingen zum Ende meines Studiums hin, da hatte ich einfach kein Geld. Da wurde jeder Einkauf durchdacht, jedes Essen, jeder zusätzliche Kauf. Es war fast wie ein Schwur, wie ich mir damals gesagt habe: Wenn ich Geld habe, dann verzichte ich auf nichts. Und ja, wenn es um so etwas geht wie Lebensmittel, wie Essen, dann kann ich in meiner jetzigen finanziellen Situation immer alles haben. Kaffee zum Beispiel, eine Sucht von mir, immer. Zuhause, unterwegs, im Café, beim Bäcker, am Bahnhof, bei Starbucks auch immer mit Sojamilch. Was habe ich gemacht? Ich habe angefangen, natürlich, darüber nachzudenken, dass es sinnlos ist, so viele To-Go-Becher zu produzieren und sie wegzuschmeißen. Was das für Abfallhaufen gibt, immer und dann stapeln sich die Becher in den Mülleimern, bis keiner mehr reinpasst und die ersten neben dem Abfallbehälter liegen. Also habe ich beschlossen, keine Papp-Becher mehr zu kaufen. Sondern eben immer meinen eigenen Becher dabei zu haben. Und schon fühlt man sich besser. Hach, erledigt. Ich habe in meinem persönlichen Ablauf etwas reingebracht, das unsere Welt nicht mehr so belastet. Und außerdem versuche ich, so wenig wie möglich zu Starbucks zu gehen. Eher kleinere Cafés, aber die müssen eben auch Soja-Milch haben. Und am Besten Fair-Trade muss der Kaffee sein. So, und jetzt? All die Dinge, die ich beschrieben habe, schränken mich fast null ein. Ich trinke immer noch gedankenlos Kaffee, noch gedankenloser eigentlich, da ich meine eigenen kleinen Regeln aufgestellt habe, um mich besser zu fühlen. Ich frage nicht, welchen Weg der Kaffee hinter sich hat. Wo er herkommt, wie viel die Leute dort verdienen. Welche Rolle Kaffee gespielt hat, um damaligen Kolonialmächten Geld in die Taschen zu schieben. Und ob heute nicht auch noch diese Industrie so funktioniert, nur sanfter. Das ist alles nur ein Beispiel. Ein kleines. Man könnte dieses Beispiel mit vielen unterschiedlichen Geschichten füllen. Und deswegen ist das Einzige, was in solchen Situationen hilft, Verzicht. Sich wirklich einzuschränken. In vollem Bewusstsein etwas nicht zu konsumieren. Weil ich es nicht will. Weil ich weiß, wo Dinge herkommen, und welchen Weg sie genommen haben, um bequem und fest verpackt in bester Qualität in dem Regal des Biosupermarktes meiner Wahl zu stehen. Vielleicht einfach mal anfangen, eine Woche lang auf etwas zu verzichten. Eine Woche… Klingt einfach, oder?

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