Auf einen Tee…

Wer mich ein bisschen kennt, weiß auch um meine Leidenschaft zu Kaffee. Das war nicht immer so – es war auch mal eine Hassliebe. Da dachte ich, ich muss erstmal beweisen, dass es auch ohne geht – um dann wieder mit zu leben.

Neuerdings allerdings, seit meinem Umzug von Bremen nach Köln, trinke ich oft tatsächlich Kaffee, um zu funktionieren. Scary? Klingt es immer mehr, als es ist, aber tatsächlich fühle ich mich seit meinem Umzug seeeehr, seeeeehr *gähn* müde. Also habe ich mir Kaffee fast nicht mehr nur aus Leidenschaft, sondern vor allem auch als Aufmacher angewöhnt. Ich trinke ihn also nicht mehr als Genussmittel, sondern als Werkzeug. So ungefähr, schräges Bild, aber ich finde dennoch, das trifft es. Das allerdings hat dazu geführt, dass ich Tee-Trinken, wenn es nicht grüner Tee ist, aber selbst dann, als Verschwendung ansehe und ihn eigentlich nur noch abends trinke, wenn ich weiß, nun kann ich eh nicht mehr viel machen.

So what. Bis zu diesem Satz, den ich gerade in einer Reportage las: „Mir geht es heute aber so wie den meisten Menschen: Ich kann es mir nicht mehr leisten, zwei bis drei Stunden Auto zu fahren und mich während dieser Zeit nur mit meinen Gedanken zu beschäftigen.“ Der, der da spricht, ist Ingenieur bei Audi, 64, und eigentlich fährt er auch einmal gerne mit dem Auto einfach so durch die Gegend…. Eben aber nicht mehr „heute“.

Ich habe mir einen Tee gemacht. Ich hatte die Kaffee-Maquinetta schon in der Hand. Automatisch. Ich muss noch viele Sachen machen, Sachen, die liegengeblieben sind… Sachen, die schon lange liegengeblieben sind… Aber die Sache mit dem Autofahren geht mir nicht aus dem Kopf. Warum sollte das gestern möglich gewesen sein, also früher. Und heute nicht, denn während wir Tee trinken, trinken alle anderen Kaffee? Und dann sind sie schon an den Orten, wenn wir erst loslaufen?

Um ehrlich zu sein – ja. Kann schon sein. Ich möchte nicht damit anfangen, dass es auf lange Sicht nicht gut ist, so viel Kaffee sein Leben lang zu trinken/ sich mit jeder erdenklichen Information zu jeder Sekunde zu versorgen. Vielleicht ist es das doch? Ich will eher zurück zum Tee und dem sinnfreien Autofahren, weil es Spaß macht, und uns ein Stück zu dem näher bringt, was Genießen heißt. Oder, wie es meine Oma gesagt hätte: Die Seele baumeln lassen. Nen Kaffee genießen ist auch was Feines. Und Zeitung lesen und Radio hören auch.

Wenn man selbst dahintersteckt und nicht ein Automatismus. „Muss so sein…“, „geht nicht anders…“

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