Karma Karma!

Allgemein und akzeptiert: Karma ist nie direkt. Also wenn du jemanden beleidigst, danach trittst du in Hundescheiße – so gerne du auch glauben magst, die Hundescheiße sei eine mehr oder weniger gerechte Strafe für das Beleidigen… Das ist sie nicht. Denn so einfach funktioniert Karma nicht. Glücklicherweise: Denn was würden wir sonst zu jemandem sagen, der beleidigt wurde? Hast du verdient, muss an dir liegen, denk mal drüber nach, was du gestern getan hast. Das klingt nach mittelalterlichen Horrorgeschichten der Kirchen: Strafe für etwas, das du getan hast, folgt bald.

Karma würde jetzt nicht sofort verneinen, dass das Treten in Hundescheiße etwas mit dir zu tun hat. Ganz im Gegenteil: Du als handelnde Person trägst die Verantwortung für alles, was du tust. Und irgendwann einmal wurde der Samen gelegt für das, was heute passiert. Aber das ist kein Call and Response: Hier tust du etwas, da bekommst du es zurück. Mehr ist es wie eine Ernte. Die Saat alleine entscheidet nicht über das, was später geerntet werden kann. Das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. Können die Landwirte das Wetter beeinflussen? Sicherlich nicht, aber sie können bessere oder schlechtere Vorkehrungen treffen, können Entscheidungen fällen: Planen über den Spargel legen, damit er schneller reift und früher geerntet werden kann, wenn die Sonne schon früh im Jahr viel scheint.

Aber dann gibt es Wetter-Katastrophen, es gibt Hurrikane, es gibt Flutwellen – gegen die selbst die erprobtesten Landwirte machtlos sind. Neben dem Wetter sind da noch natürliche Feinde, zumindest aus der Sicht der Landwirte: kleine und große Tiere. Und dann gibt es Saaten, die wollen einfach nicht sprießen. All diese verschiedenen Faktoren scheinen einem Laien ziemlich kompliziert… Und doch haben wir jedes Jahr aufs Neue Gemüse in unseren Supermärkten, von Menschen, die es schaffen, dieses Gemüse bis zur Ernte „durchzubringen“.

Das Gesetz des Karma erschließt sich nicht einfach so. Es wird genau so wenig wie die Kunst, Gemüse zu züchten, sich dem Laien erklären. Aber wir können uns damit beschäftigen, versuchen, es zu verstehen.

Allerdings: Im Nachhinein ist etwas oft schwer zu durchschauen. Wer weiß schon, warum die eine Gurke nur so klein geworden ist? Lag es am Wetter, an der Umgebung, an den anderen Gurken um sie herum? Oft sind die Gründe, warum etwas so ist wie es ist, im Nachhinein nur schwer festzustellen. Aber wenn wir uns die Gegenwart anschauen, versuchen, alles im Blick zu behalten, dann können wir mit jedem Moment wahrnehmen, was gerade geschieht – und eine Verbindung zu den Folgen davon sehen. Puh, ganz schön anstrengend? Ja, aber dann lassen wir uns nicht mehr täuschen und denken nicht doch im Stillen und Heimlichen, dass die Hundescheiße DOCH etwas zu tun hat mit dem Beleidigen 😉

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s